Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Recoins: Was ökologische Währungseinheiten leisten

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Sie gewannen den Ideenwettbewerb „Code_n“ auf der Computermesse Cebit: Das Postdamer Startup „Changers.com“. Die Idee: Die Etablierung eines Bezahlsystems mit eigener Währungseinheit, das umweltbewusstes Verhalten belohnt, im Kampf von David (dem Verbraucher) gegen Goliath (den Klimawandel).

Den Jungunternehmern schwebt vor, unser aller Verhalten hin zum Besseren zu verändern. Besser, das heißt in diesem Fall, uns dazu zu bringen, über unseren Energiebedarf und –verbrauch nachzudenken und uns dazu zu ermuntern, sparsamer mit unseren natürlichen Ressourcen umzugehen.

Zu diesem Zweck haben die Gründer die Plattform „Changers.com“ gegründet. Wie funktioniert das Modell beziehungsweise wie wollen die jungen Gründer ihre zugegebenermaßen innovative Idee in die Tat umsetzen? Über leichte, tragbare Solarmodule kann jeder selbst Energie erzeugen und anschließend sein Handy oder Tablet aufladen. Auch Nutzer, die statt mit dem Auto mit dem Rad oder Bus fahren, werden auf der Plattform belohnt.

Es wird dabei gemessen, wie viel CO2 der Nutzer durch sein umweltfreundliches Verhalten eingespart hat. Diese Daten werden auf die Konten der Nutzer gebucht und in die digitale Währungseinheit, die so genannten Recoins, umgerechnet. Für jedes eingesparte Gramm CO2 erhält der Nutzer also ein bestimmtes Kontingent an Recoins, die er dann gegen bestimmte Produkte und Dienstleistungen eintauschen kann. Auf „changers.com“ wird umweltfreundliches Verhalten also mit einem realen Tauschmittel, den „Recoins“ belohnt.

Wie das Geschäftsmodell konkret aussieht, beleuchtet meine aktuelle Kolumne im Wall Street Journal Deutschland – hier weiterlesen.

Written by lochmaier

Oktober 17th, 2014 at 2:30 pm

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Neues aus der Bunti-Klicki-Welt von Banken

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Fühlen Sie sich auch missverstanden von Ihrem Vermögens- und/oder “Finanzberater”? Also eher verkauft als beraten. Dann schauen Sie mal in das Blog “Vfalle” herein.

Dort berichtet ein Betroffener über seine Erfahrungen mit den “Vertriebsarmeen” der Finanzindustrie. Aber die Analyse fällt nicht blauäugig oder einseitig im Schwarz-Weiß-Jargon aus (wir die guten Kunden und Ihr die bösen Banker), sondern der Autor reflektiert dort recht fundiert seine eigenen Erfahrungen.

Warum können Kunden ihre Ziele nicht erreichen, sondern erfüllen eher jene vom Berater? Dazu empfehle ich folgenden Beitrag zur Einstimmung, in dem der Blogautor die Erfahrungen mit der Deutschen Vermögensberatung fast zwei Jahre lang fundiert betrachtet und analysiert hat: Recherchebilanz – Empfehlungsmarketing wirkt auf allen Ebenen.     

Wie passend kommt da, dass wir uns gerade in einer “Fintech-Revolution” befinden. Oder ist es am Ende doch nur ein kleines Revolutiönchen, also nur eine schrittweise Evolution? Und ob die großen IT-Player wie Apple & Co. am Ende mit ihren neuen Bezahlsystemen wie Apple Pay die kundenfreundlichere Alternative sein werden, dieser Härtetest steht noch aus.

Die Commerzbank verspricht gar, Frankfurt zum deutschen “Fintech-Valley” zu machen – wo doch noch gar nicht klar ist, was eigentlich das neue dieses Begriffs ist, jenseits von der Beschreibung neuer Finanztechnologien, die ja ohnehin im Zuge des mobilen Internets kommen werden.  Fakt ist aber, es wird massiv weiter in diese entwicklung investiert werden, nicht nur der Berliner Fintech-Inkubator RocketInternet ist aktiv, es werde komplexere Modelle geben, berichtet Gründerszene.

Letztlich aber wird sich das Rad der Geschichte weiter drehen müssen. Das Thema “Bankeninnovation” hat den medialen Mainstream endgültig erreicht, was bisher nur in Expertenkreisen diskutiert worden ist. Denn alte Königreiche sind durch den medialen und gesellschaftlichen Wandel so nicht mehr zu halten. Und die “Finanzindustrie” (sorry für den Begriff, aber es war halt auch eine Art von lean production) ist definitiv eine Branche im Wandel. Nur haben noch nicht alle den Ruf der Zeit im Bunti-Klicki-Zeitalter der Banken gehört.

Written by lochmaier

Oktober 10th, 2014 at 1:33 pm

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Öko-Gründer taugen nicht für Fernseh-Castingshows

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Über die Gründershow „Die Höhle der Löwen“ gehen die Meinungen weit auseinander. Für die einen ist die Show längst überfällig, da der Gründerszene in Deutschland ohnehin mehr Beachtung geschenkt werden soll. Für die anderen ist die Idee, in einer eigens dafür kreierten Fernsehsendung junge Gründer ihre Geschäftsmodelle präsentieren zu lassen, einfach nur albern, da es hier nicht um die Geschäftsidee an sich, sondern vor allem um Quote, Spektakel und Unterhaltung geht.

Szenenwechsel zu den ökologischen Startups: Ende September wurden in Berlin grüne Jungunternehmer für ihre Ideen ausgezeichnet durch die Initiatoren Green Alley und Seedmatch. Mehr dazu hier. Beworben hatten sich insgesamt 70 grüne Startups, davon kam jedes Vierte aus Berlin. Acht von ihnen erreichten das Finale, nur drei Gründerteams wurden am Ende aber ausgezeichnet. Die Sieger RePack, FoodLoop und GreenLab Berlin erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro und können im Green Alley Coworking Space an ihren Geschäftsmodellen weiterarbeiten.

Mehr zu den Unterschieden zwischen Gründerinszenierung – und dem, was bei grünen Startup-Live-Castings wirklich passiert, in meiner Kolumne “Stromzähler” auf dem Wallstreet Journal Deutschland. Weiterlesen

Update [09.10.2014]: Vorletzten Freitag war Jochen Schweizer bei Bits & Pretzels, dem laut eigenen Angaben “größten Gründerfrühstück der Welt” zu Gast -  und hat dort berichtet, wie es hinter der Bühne von “Die Höhle der Löwen” abläuft. Und da gibt es offenbar einiges was schiefläuft, siehe:

Gut gebrüllt Löwe? Allerdings, und das sollte an dieser Stelle auch gesagt werden, kann man die Jury, sprich die Löwen, nicht aus der Pflicht entlassen. Sie nutzen die Show auch in erster Linie zu ihrer eigenen Profilierung/Selbstinszenierung – wer also im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Merke: Die wahren Investoren agieren still und akribisch hinter den Kulissen und drängen sich nicht in die erste Reihe. Denn dort wo es am blinkt und glitzert, ist selten viel dahinter. Insofern also wird der mediale Mainstream immer daneben liegen, und solche Shows haben nur eine geringe Lebenszeit, da wenig Substanz.

Written by lochmaier

Oktober 6th, 2014 at 9:41 am

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Fintechs: Können sie die Banken ersetzen?

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Nein, die Fintechs können die Banken wohl nicht ganz ersetzen, oder doch? Auch in den Banken tobt darüber der Streit. Während die Commerzbank gestern via Main Incubator mit einem ersten Investment von 15 Mio. Euro in die Fintech-Startup-Finanzierung  eingestiegen ist, lässt die Deutsche Bank simultan über Reuters verlauten, dies gehöre nicht zu den Kernaufgaben einer Bank.

Ungewöhnlich bis befremdlich – Banken managen “Risiko”, sie verwalten Kundengelder – und jetzt gehört bei der Deutschen Bank die Finanzierung von Startups nicht zu diesem Aufgabenfeld. Dies sei vielmehr Aufgabe von “Risikokapital” – mehr zu den Motiven aus der Sicht von Deutsche Bank Chef Jürgen Fitschen hier via Nachrichtenagentur Reuters.

Meine erste These gleich vorweg: Die Banken sitzen im Innovationszug in der Finanzbranche bereits auf dem Rücksitz statt am Steuer. Wie aber sollen sie aus dem Dilemma herauskommen. Vielleicht gibt es ja einen “Königsweg”?

Das Phasenmodell zur Innovationsspirale in der Finanzbranche, so wie es Social Banking 2.0 sieht:

Erste Etappe (2007 – 2013): Präsentation und Etablierung der “Fintech-Szene”

Zweite Etappe (2013 – 2020): Professionalisierung der Gestaltungsansätze durch Synergien und neue Kooperationen

Dritte Etappe (2020 ff.): Die Geschäftsmodelle skalieren, die Banken rücken in den Hintergrund gegenüber den großen IT-Playern und versierten Spezialisten

Das Ganze nun etwas ausführlicher: Vom (früheren) bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) ist der historische Ausspruch übermittelt: Deutschland braucht Bayern, Bayern braucht Deutschland. Diese banale Politikerweisheit aus der Zeit des Kalten Krieges gilt im übertragenen Sinne auch für die Finanzwelt.

Denn Banken brauchen neben qualifiziertem Personal vor allem innovative Technologien, um im Zeitalter der digitalen Agenda auf Augenhöhe mit dem Kunden zu sein.

Und ebenso benötigen die Innovatoren, sprich die aufstrebende Startup-Szene, den Brückenschlag zur etablierten Bankenwelt. Kurz: Die vielen Davids brauchen Goliath genauso wie umgekehrt, um sich für die Zukunft des Bankenzeitalters 2.0 zu rüsten.

Zweifellos verändert die Startup-Kultur durch zahlreiche technologisch-soziale Innovationen das Gesicht unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Zur FinTech (Financial Technologies) zählen dabei Innovationen aus unterschiedlichen Zielgebieten, beispielsweise Mobile-Payment, Crowdlending, Crowdinvesting, Social Trading, Core Banking, Security „in the cloud“ oder Personal Finance Management.

Ob dieser Trend allerdings zu der häufig von Bankenkritikern in Aussicht gestellten „Disintermediation“ im Banking führt, also die Banken in ihrer Rolle als zentrale Finanzintermediäre unter Druck setzt, darüber sind sich die Experten noch uneins.

Darauf kommt es aber letztlich gar nicht an. Denn mittlerweile öffnet sich auch ohne großen gesellschaftlichen Wurf so manch ein erfolgreiches, aber mittlerweile in die Wechseljahre geratenes Großunternehmen für neue Ideen. Zugegeben, nicht immer ganz freiwillig, vor allem um künftig wettbewerbsfähig zu sein und sich parallel dazu neue Marktfelder zu erschließen.

Um die Frage letztlich zu klären, ob die Innovation ohne die Banken stattfindet – und sie vor allem durch IT-Player getrieben wird, empfehle ich einen Blick in meine Bankentrilogie. Sie behandelt die Frage in einer vielschichtigen Art und Weise, sie beleuchtet die neuen Geschäftsmodelle jenseits von Glorifizierung, sie rechtfertigt nicht die alte Bankenlandschaft, zeigt aber auch, dass und wie sie sich ändern muss.

“Die Bank sind wir” – Sachbuch zu den Chancen von Social Banking (Heise Verlag)

Der Hackerroman “Schattenbanken”

Das pointierte Thesenbuch Bank 2.0: Die Killerapp 

Zusammengefasst:

Erstens: In der digitalen Agenda der Bankenbranche rücken externe Kooperationen von der Peripherie in den Mittelpunkt der Geschäftsstrategie.

Zweitens: Der Kunde und andere Stakeholder aus der Wertschöpfungskette sitzen mit am Regiepult, vom Produktdesign bis hin zum Design neuer Dienstleistungen.

Drittens: Die zahlreichen Fintech-Startups treiben als Leitsterne die Innovationsdynamik in der Finanzbranche weiter voran.

 

 

Written by lochmaier

September 24th, 2014 at 8:42 am

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Lesetipp: Neues aus der Energiewende von unten

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Seit nunmehr gut zwei Jahren beleuchte ich die “Energiewende von unten”, von der Graswurzel her, denn da sprießt vieles Neue, und zwar in meiner regelmäßigen Kolumne im Wallstreet Journal Deutschland.

Mal wieder Zeit für die Leser, sich einen kleinen Überblick zu verschaffen. Zum Beispiel hier:

WSJD: Wie Industrienetzwerke den schlummernden Riesen Energieeffizienz wecken

Ein anderer Beitrag beleuchtet die Ukraine-Krise: Sie verstärkt bei den Verbrauchern den Wunsch nach Energieunabhängigkeit. Neben Solaranlagen empfehlen sich dazu auch Kleinwindräder. Mehr dazu hier:

WSJD: Mit kleinen Windanlagen zu mehr Energieunabhängigkeit

Oder passend zum Wochenende dürfen sich auch die Großstädter hier und da ein bißchen im Grünen ausleben. Aber hinter dem Trend steckt deutlich mehr:

WSJD: Urban Gardening – die Großstädter entdecken die Landwirtschaft für sich

Written by lochmaier

September 19th, 2014 at 7:48 am

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Social Trading – Teil IV – Wie erfolgreich sind die Plattformen?

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Funktioniert das neue Geschäftsmodell, erfolgreich wie ein Profi an den Aktienmärkten zu handeln?

Im ersten Teil habe ich den Vorreiter wikifolio bereits eingehend beschrieben. Nun der Abschluss der vierteiligen Serie: Denn es gibt noch andere am Markt bereits etablierte Anbieter. Auf dem deutschen Social Trading Portal Ayondo www.ayondo.com etwa folgen private Anleger den Strategien anderer, mutmaßlich erfolgreicher privater Trader.

Das Motto: Handeln wie ein Hedge-Fonds-Spezialist, hier auf Basis von hoch riskanten CFD-Produkten. Die erfolgreichen Trader können ihre Handelssignale in Echtzeit an Privatanleger verkaufen und sich so ein lukratives Zusatzgeschäft aufbauen. Vor einigen Monaten hat die Plattform ihre Tradingsoftware noch einmal runderneuert.

Der Börsenamateur wiederum, der bei Ayondo weiß, worauf er sich einlässt, kann im Idealfall den Vorteil genießen, sein Broker-Konto nicht mehr selbst zu verwalten, sondern diese Aufgabe an einen höher qualifizierten „professionelleren“ Händler zu delegieren. So zumindest stellt es der Anbieter in Aussicht. Den passenden Trader kann sich der Kunde in Ranglisten aussuchen, um dort die bisherigen Erfolge seines „Tippgebers“ transparent einzusehen.

Dass die innovative Web 2.0-basierte Fidor Bank mit ayondo eine Kooperation eingegangen ist, lässt sich als weiteres Indiz für das aufstrebende neue Finanzbiotop werten. Allerdings darf dabei nicht übersehen werden, dass der Markt für hochspekulative CFD-Produkte deutlich begrenzter und auch mit höheren Risiken proportioniert ausfällt, als dies beim in dieser Hinsicht kaum vergleichbaren Modell von wikifolio ausfällt.

Thomas Winkler, Geschäftsführer von ayondo, sieht grundsätzlich zwei Marktmodelle beim Social Trading am aufstrebenden informellen Anlegermarkt: Die eine Variante sei das so genannte „Copy Trading“, hier als direkte Verbindung zwischen Tradern und Anlegern. Anleger, die nicht selbst aktiv an den Finanzmärkten traden wollen, könnten demnach über Social Trading an der Performance von Top Tradern partizipieren. Die Handelssignale ließen sich entweder manuell oder aber automatisch in das eigene Handelskonto übertragen.

So vollzieht der eine Anleger genau die gleichen Trades nach, die der Top Trader mache, skizziert der Mitgründer des Schweizer Wagniskapitalunternehmens „next generation finance invest“ (NGFI). Kurz: Der Anleger folgt dem Signalgeber, als so genannter „Follower“ seines ausgewählten Traders. Als zweiten Aspekt sieht Winkler die Nutzung des „Social Web“ hin zum Traden und Investieren – und somit der Austausch der Anleger und Trader direkt miteinander. Dort drehe sich alles um das Vorstellen und Bewerten von Ideen oder Strategien beim Traden bzw. Investieren.

Zwei weitere Kandidaten, die in Deutschland nach vorne streben, sind Investtor und Moneymeets. Letzteres Unternehmen aggregiert Wertpapierdepots und Konten. Weitere Versicherungs- und Beteiligungsprodukte sollen den Kunden ansprechen, eine konsolidierte Vermögens- und Wertentwicklungsübersicht über alle angeschlossenen Banken soll so auf Knopfdruck erhältlich sein. Das Motto der Plattform beschreiben die Macher so: Empfehlungen von Kunden für Kunden, Austausch mit Profis und Produzenten, absolute Transparenz über alle Provisionen und über mehrere Banken hinweg sei das Ziel.

Nicht wenige Anbieter setzen dabei auf die Anbindung an etablierte Finanzhäuser als Teil der Strategie. Und schließlich wirbt der „Investtor Mitmachfonds“ mit dem Gütezeichen, Deutschlands erster Mitmachfonds zu sein, bei dem die Anleger aus einem definierten Anlageuniversum heraus mitbestimmen, welche Aktien in den Fonds investiert werden. Mehrere hunderttausend Nutzer haben laut Angaben des Betreibers seit der Gründung vor gut drei Jahren ihr Votum für das ausschließlich aus Blue-Chips bestehende Aktienuniversum abgegeben.

So oder so, mit Hilfe von Social Trading Plattformen dürfte der private Investor kaum über Nacht reich werden. Dazu ist nicht nur harte Arbeit erforderlich, sondern auch ein gutes Timing. Dies gilt sowohl für die Händler als auch für die privaten Investoren. Für Geschäftsführer Thomas Winkler von ayondo stehen die Signale trotzdem eindeutig auf Grün: Bei Marktinnovationen dauere es traditionell eine gute Weile, bis die herkömmliche Bankenlandschaft auf diese reagiere.

Thomas Winkler vergleicht die Entwicklung mit dem allerdings auch immer wieder in der Kritik stehenden Markt für Zertifkate in Deutschland: Anfänglich seien es nur wenige Anbieter gewesen, die innovative Papiere auf den Markt gebracht hätten. Fünf bis zehn Jahre später sei der Markt jedoch groß und profitabel geworden. Der Experte hält es deshalb für denkbar, dass schon bald von den Genossenschaftsbanken bis zur Sparkasse jede x-beliebige Bank eigene Zertifikate emittiert. Allerdings müsste auch hier die Chancen-Risikostruktur transparent sein. Gelänge es hier, innovative und verlässliche neue Produkte auf dem Markt zu platzieren, könnte die Idee somit auch in den Bereich der ergänzenden Kapitalbeschaffung und Unternehmensfinanzierung hinüber schwappen.

Blickt man auf der Zeitachse etwas zurück, so fällt tatsächlich auf, dass Social Trading sich als Trend in den vergangenen drei Jahren konzeptionell rasant weiter entwickelt hat. Dies birgt zahlreiche Chancen, Risiken und Nebenwirkungen. Im vergangenen Jahr scheint die Entwicklung zunächst bei den informierten Privatanlegern angekommen zu sein. Ergänzt wird die Riege der Anbieter durch entsprechende Foren und Blogs. Auf Anlegermessen gibt es Podiumsdiskussionen zum Thema, und die Anbieter haben ihr Profil am Markt geschärft. Kurzum, ein nachhaltiger Trend, der mittlerweile auch von der Wirtschaftspresse aufgegriffen wird.

Im Zuge ihrer Expansion werden sich die deutschen Anbieter mit alten und neuen Wettbewerbern aus dem Ausland konfrontiert sehen. So gab eToro bekannt, nach eigenen Angaben das weltweit größte Social-Investment-Netzwerk, nun auch kostengünstig deutsche Werte aus dem DAX – wie BMW, BASF, Adidas, Siemens und SAP – handelbar zu machen. Fast alle der 30 in diesem Marktsegment vertretenen Werte stehen bereits zur Order bereit, die übrigen sollen ebenfalls zeitnah auf der eToro-Plattform handelbar sein.

Für das laufende Jahr jedenfalls sieht Thomas Winkler von ayondo etablierte Online-Broker und Finanzdienstleister auf den Zug aufspringen. Und schließlich würden sich auch die Banken dem Trend annähern. Je populärer das Thema Social Trading werde, desto mehr Kunden interessierten sich dafür. Nach Online Banking, Online-Brokerage und dem Markt für Zertifikate gebe es nun mit Social Trading endlich wieder einen echten Megatrend.

 

Written by lochmaier

September 15th, 2014 at 8:10 am

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Social Trading – Teil III – Markttrends, Akteure und Strukturen

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Ungeachtet von theoretischen Modellen professionalisieren sich die Social Trading Plattformen weiter – bei gleichzeitig harter Marktauslese.

Ohne entsprechend große Kundenzahl und relativ konstante Einlagenvolumina bleibt es bei einem kleinteiligen Hobbycharakter der Social Trading Portale, denen letztlich die Reichweite für ein konzeptionell schlüssiges und gleichsam profitables Geschäftsmodell fehlt. Zahlreiche Plattformen sind in den letzten Jahren national wie international an den Start gegangen und so manch eines ist wieder rasch von der Bildfläche verschwunden.

So sieht die zeitliche Reihenfolge von einigen der bekannteren Social Trading Plattformen weltweit und in Deutschland aus: Tradency (2005), Zulutrade (2006), eToro (2007, bzw. Copy Trader ab 2010), Currensee (2008), Ayondo (2009), Investtor (2010), Wikifolio (2012). Darunter befinden sich zahlreiche Gründerideen, die heimlich, still und leise wieder aus dem Markt ausgeschieden sind, etwa die unmittelbar nach der Finanzkrise im Jahr 2009 gestarteten einheimischen Startups Tradingbird oder Stockflock.

Rasche Abgänge gibt es aber auch in den USA zu verzeichnen, wo spezialisierte Aktien-Communities wie Zoodak, Marcetocracy oder Socialpicks ein vollständig selbst verwaltetes Modell im privaten Börsennetzwerk angestrebt hatten. Auf dem Online-Portal Zoodak etwa konnten Nutzer ihre Aktien-Portfolios verwalten und sich mit Anderen austauschen, Aktienkurse prognostizieren und Geldpreise gewinnen. Allein das garantiert jedoch noch keinen nachhaltigen Erfolg.

Letztlich scheint David ohne Goliath an der Seite kaum überlebensfähig zu sein. Genau damit gelang dem bereits in der Frühphase der Social Trading Bewegung aktiven, im Jahr 2007 gestarteten amerikanischen Startup Cake Financial, der erfolgreiche „Exit“. Sprich, drei Jahre nach der Gründung wurde das Unternehmen vom Online Broker E-Trade kurzerhand erfolgreich einverleibt. Auf das „soziale Drumherum“ mit Twitter und Facebook verzichten private Investoren nur allzu gerne, wenn sie dafür mit Hilfe eines teilautomatisierten hybriden Handelssystems zwischen Mensch und Maschine offenbar erfolgreicher agieren.

Ein Beleg für diesen Trend sind amerikanische Plattformen wie Tradency. Sie sind neue Kooperationen eingegangen, die nur noch wenig mit dem sozialen Charme einer virtuellen Börsengemeinschaft von privaten Anlegern zu tun haben. Die Tendenz geht hier, wie auch am Beispiel von Zulutrade zu erkennen, eindeutig in Richtung exklusive Netzwerkvermarktung, teilweise auch in die Riege der institutionellen Marktakteure hinein. Das Gros der Anbieter darf ansonsten darauf hoffen, als White Label Anbieter irgendwann aufgekauft zu werden. Als Vorreiter in punkto Professionalisierung gilt Currensee, ein Elitenetzwerk sowohl für individuelle als auch professionelle Akteure.

Neutrale Marktübersichten mit lückenloser Tracking-Historie gefragt

Ob wir den deutschen oder den amerikanischen Markt betrachten: Angesichts einer großen Unübersichtlichkeit mit zahlreichen neuen Internetplattformen, die dem Anleger den Überblick zweifellos erschweren, kommen nun auch Plattformen an der Nutzerschnittstelle ins Spiel, die dem Anleger eine entsprechende Orientierung in Aussicht stellen. So offeriert das Online-Portal brokervergleich.de neuerdings einen Vergleich der wichtigsten Social-Trading-Plattformen in Deutschland. http://www.brokervergleich.de/social-trading/vergleich/

Auf den Online-Seiten von brokervergleich.de etwa sollen die Anleger nach und nach einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Portale erhalten, inklusive der jeweiligen Gebühren, Anlagevarianten und Risiken. Der Anbieter verspricht auch, sein Dienstleistungsangebot auf dem Laufenden zu halten. Geplant sind auch ergänzende Wissensrubriken wie eine detaillierte Pro-Contra-Betrachtung zu einzelnen Anlagetrends.

Allerdings sollten derartige Informationsdienste deutlich mehr bieten als nur kurze Rahmendaten zu einzelnen Betreibern mit formalem Verlinkungscharakter. Aus Sicht des Verbrauchers aber auch der institutionellen Akteure tatsächlich gefragt wären vor allem neutrale Bewertungen mit einer lückenlosen nachprüfbaren Historie zu den einzelnen Plattformen. Sprich, mehr Transparenz in der Branche würde dem Begriff „Social“ beim Trading gut zu Gesichte stehen.

Fazit: Bei zahlreichen Plattformen ergibt sich sowohl rechtlich als auch strukturell immer noch ein erheblicher Klärungsbedarf, was die Transparenz und Nachvollziehbarkeit des zugrunde liegenden Geschäftsmodells angeht. Anders ausgedrückt: Ross und Reiter sollten bei jedem neuen Geschäftsmodell rund ums Social Trading klar ersichtlich sein.

Denn wer sich als kundenfreundliche Version eines „Facebook-Tradings“ besonders gemeinschaftsnah mit dem Label „Social“ stilisiert, sollte sich tief in die Karten schauen lassen. Und wie wir seit längerem wissen, lässt gerade das große Vorbild Facebook in Sachen Datenschutz und Transparenz einiges an Nutzerfreundlichkeit zu wünschen übrig. Fakt ist aber auch, an dem neuen Trend in Richtung Social Trading wird auch die konventionelle Banken- und Finanzbranche nicht mehr vorbei kommen.

Written by lochmaier

September 1st, 2014 at 8:03 am

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Rocket Internet: The mass media want to be like the Jones

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Liebe Kollegen aus der Massenjournale,

Seit der Berliner Luftbrücke 1948 ist ganz Deutschland eine billige Raubkopie der USA. Warum lasst Ihr Euch nichts Besseres einfallen?

Eure einseitige Berichterstattung über die angeblich so geldgierigen und skrupellosen Samwer-Brüder und deren Copy-and-Paste-Mentalität langweilt mich. Das wirkliche Copycat seid Ihr selbst, weil Ihr dem Volk immer nur nach dem Mund redet.

[Man muss die Samwers nicht mögen]. Aber versucht doch mal selbst aus einer Idee Geld zu machen. Stattdessen ignoriert Ihr erst das Neue, dann verdammt Ihr oder bekämpft es – und schließlich kopiert Ihr es doch nur selbst, wenn es risikolos geworden ist – weil Ihr es am Ende immer schon besser gewusst habt.

Wie wäre es mal, statt nur selbstgerecht und eitel über die Finanzhaie Zalando & Co. herzuziehen, jenseits von einem Schwarz-Weiß-Abziehbild wirkliche Inneneinsichten in die vielschichtige Philosophie eines Investors zu offerieren.

Ihr aber wisst nicht, wie man Geld produktiv investiert, weil Ihr die Risiken in Eurer Versorgungsmentalität scheut und darüber die Chancen verkennt.

Bevor Ihr nun statt in Euch zu gehen den Schreiber dieser Zeilen selbstgerecht ans Kreuz der Heiligen Inquisition nagelt – warum schreibt Ihr nicht mal drüber, wie die drei Samwer-Brüder, die ihr Handwerk angeblich so kalt und herzlos ausführen, sich den Bereich Finanztechnologie erschließen und dies mit dem eigenen Börsengang verbinden. Dazu habe ich noch nichts wirklich Erhellendes, gerne auch Kritisch-Konstruktives gelesen, das auf die feinen Zwischentöne achtet.

Und wenn beim Investor mal was schief geht, dann seid Ihr hämisch. Gelingt diesem der große Wurf, dann schäumt Ihr plötzlich vor Neid. Ihr wäret ja auch so gern reich, aber bitte völlig risikolos.

Deshalb ist es im Land der 80 Millionen Copycats viel besser Beamter oder braver Angestellter zu sein, statt böser Unternehmer. Denn da hat man die gute Moral immer auf seiner Seite. Der anonyme Steuerzahler haftet dafür.

Und man braucht keinem Kunden oder Mitarbeiter direkt in die Augen zu blicken.

The mass media want to be like the Jones, but the Jones are going bankrupt.

 

 

Written by lochmaier

August 29th, 2014 at 8:20 am

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Was ist Social Trading – Teil II – Definitionen und Abgrenzungsmerkmale zum klassischen Broker-Modell

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Auch international befindet sich der im Fachjargon als „Social Trading“ bezeichnete Trend im Vormarsch, ein Kunstwort zwischen Social Media und Online Trading. Die USA geben wieder einmal den Takt vor.

Der Begriff Social Trading besitzt jedoch inhaltlich kein klares Abgrenzungsmerkmal. Mal versteht man darunter den informellen Austausch in Finanzforen über die Aktienanlage, eine andere Variante besteht darin, dass Händler über spezifische Plattformen stellvertretend für den jeweiligen Anleger handeln.

Generell ist der Trend auch international kaum mehr zu übersehen. Zumal sich im April vergangenen Jahres die Investmentbank Goldman Sachs mit rund 25 Mio. US-Dollar an dem Finanz-Startup Motif Investing beteiligt hat. Auf der Internetseite des Anbieters können die Nutzer je nach ihren Zielvorstellungen und Motivlagen ihr Geld in einen Aktienkorb stecken. Auch die Transaktionsgebühren halten sich bislang in Grenzen.

Social Trading ist erst durch die rasante Verbreitung von Facebook & Co. salonfähig und damit massentauglich geworden. Bereits im vergangenen Jahr spekulierte das Handelsblatt darüber, wie im Zuge dieser Entwicklung der Berufszweig der klassischen Fondsmanager überflüssig werden könnte. Allerdings scheint diese Annahme derzeit noch zu hoch gegriffen, denn von signifikanten Marktanteilen sind die neuen Gestaltungsvarianten immer noch ein großes Stück entfernt.

Bleiben wir aber beim im ersten Teil dieser Serie bereits skizzierten Fallbeispiel Wikifolio: Die Betreiber übertragen das Interaktionsmodell von Facebook oder Twitter direkt auf die Geldanlage. Wie funktioniert das? Jeder registrierte Nutzer kann sein eigenes „Investment-Portfolio“ betreuen, als Wikifolio bezeichnet. Er kauft und verkauft Wertpapiere, zwar nicht wie ein großer Fondsmanager, aber eben wie ein ambitionierter Semiprofessioneller. Und wie wir wissen, hält sich auch die Performance der Professionellen oftmals in engen Grenzen.

Dabei sind alle Aktionen für andere Nutzer transparent. Ein erfolgreiches Händchen beim Social Trading macht natürlich in der virtuellen Geldvermehrungsgemeinschaft sofort die Runde. So hängen sich andere Nutzer via Trendfolge an die bereits erfolgreichen Privathändler. Vorausgesetzt man traut sich, den ausgewählten Trader auf eigenes Risiko mit echtem Geld auszustatten, damit dieser stellvertretend handeln darf.

Der Nutzer kann nun das Zertifikat auf jedes beliebige Wikifolio kaufen. Wer auf einen erfolgreichen Trader setzt, erhältt schließlich ein aktiv gemanagtes, breit gestreutes Depot, ohne dafür einen Fondsmanager oder Vermögensverwalter bezahlen zu müssen. Der Haken: Nur wer den vermeintlich Besten, die stellvertretend für ihn handeln, permanent überprüfen kann und die dafür notwendige eigene Kompetenz mitbringt, um die Trader produktiv zu steuern und bei etwaigem „Versagen“ rasch auszutauschen, kann beim Social Trading auf längere Sicht bestehen.

Es ist und bleibt somit eine große Herausforderung, an der Börse konstant Geld zu verdienen. Kurz: Wem es durchschnittlich über eine längere Wegstrecke gelingt, sechs von zehn Trades mit positiver Performance abzuschließen, der beherrscht das sensible Metier. Man darf somit gespannt sein, wie sich die Akteure gerade unter härteren Rahmenbedingungen weiter entwickeln, wie etwa einer länger anhaltenden Seitwärtsbewegung, einer höheren Volatilität oder gar einer rasch einsetzenden Kurskorrektur nach unten.

Marktbeherrschende Strukturen wären gerade bei kapitalmarktorientierten Börsenportalen nachteilig. Je verteilter und dezentraler die kollektive Schwarmintelligenz an den Kapitalmärkten operierte, je weniger sich neue Monopole der Informationsverteilung herausbildeten, umso geringer fiele das Risiko von gravierenden Fehlentwicklungen aus. Die Praxis schlägt jedoch auch hier die graue Theorie.

Andererseits schenken viele Anleger einer Empfehlung erst dann wirklich Glauben, wenn die Zahl derjenigen groß genug ist, die einem konkreten Tipp(geber) Folge leisten. Die Herausforderung besteht also darin, den „Herdentrieb“ produktiv zu bewältigen. Denn an der Börse gewinnt nicht derjenige, der der Masse folgt, sondern nur jener, der das Verhalten anderer Anleger möglichst genau reflektiert, erkennt und konsequent für sich ausnutzt.

Kurzum, jede relevante Information will gegen den Strich gebürstet sein. Folglich muss sich der „Social Trader“ gegen die „kollektive Schwarmintelligenz“ stellen, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Zumal auch die verhaltensorientierte Kapitalmarktforschung bestätigt, dass rund drei Viertel aller an der Börse aktiven Privatanleger bei dem Versuch scheitern, dort über einen längeren Zeitraum erfolgreich zu sein.

Die Herausforderung steckt deshalb im Kleingedruckten: Die „Weisheit der Vielen“ wäre so zu kondensieren, dass daraus zuverlässige Prognosen und aussagekräftige Entscheidungsgrundlagen entstehen. Einen theoretisch schlüssigen Erklärungsansatz gibt es hierzu nicht. Bislang sind „technisch-soziale“ Aspekte zum Marktversagen oder –erfolg im Zuge von „Herdenverhalten“ und anderen Marktverzerrenden Effekten in keinem schlüssigen Prognosemodell erfassbar, damit sich Vorhersagen als wirklich belastbar und somit beliebig reproduzierbar erwiesen.

Das aber scheint gar nicht zwingend notwendig zu sein. Denn andererseits ist der Lerneffekt im Turbogang beim Social Trading beachtlich. Das Prinzip, nur „von den besten Aktienhändlern“ zu lernen, um von deren Performance zu profitieren, kann mittelfristig durchaus Erfolg versprechend sein. Aber: Nicht der Breiten-, sondern der Spitzensport gibt hier den Ton an. Dies bedeutet eine harte Marktauslese der Besten, quasi im Minuten- und Stundentakt.

Ein heute noch erfolgreicher privater Tippgeber kann morgen schon wieder draußen vor der Türe stehen. Nur wenn der Mannschaftscoach, also der Social Trading Plattformbetreiber, die besten Spieler bei „Versagen“ sofort austauscht, sich diese also fortlaufend behaupten müssen, lässt sich eine überdurchschnittliche Performance zum Wohle des finanziellen Schwarms erzielen, was auch dem Anbieter anhaltende Mittelzuflüsse garantiert.

 

Written by lochmaier

August 18th, 2014 at 8:08 am

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Serie Social Trading (Teil I): Wenn der Nutzer zum Fondsmanager aufsteigt

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Beim Social Trading verbinden sich soziale Netzwerke mit dem privaten Aktienhandel. Nun erobern Plattformen wie Wikifolio in Deutschland den Massenmarkt.

Die alt bewährte Idee der Investmentclubs erlebt im Zuge neuer netzbasierter Geschäftsmodelle gerade eine kleine Wiedergeburt. Warum nicht nebenher Geld an der Börse verdienen, indem man zwischendurch mit Freunden im sozialen Netzwerk die neuesten Aktientipps austauscht. Sicherlich wird man dabei über Nacht nicht reich, auch nicht über das Social Trading. Aber bislang schien so etwas nur eine Idee für einige wenige Börsenenthusiasten zu sein. Neue Zahlen unterstreichen jedoch, dass es sich um einen nachhaltigen Trend an den internationalen Finanzmärkten handeln dürfte, indem der qualifizierte Nutzer selbst mehr und mehr zum aktiven Fondsmanager aufsteigt.

Als regionaler Vorreiter im deutschsprachigen Raum für den Megatrend in Richtung Social Trading erweist sich die Plattform wikifolio.com. Die privaten Anleger hatten binnen kurzer Zeit bis Anfang dieses Jahres über 130 Mio. Euro in so genannte wikifolio-Zertifikate investiert, davon alleine 30 Mio. Euro im Januar 2014, ein Plus von über 400 Prozent zum Vergleichszeitraum 2013. Während der Markt für strukturierte Anlageprodukte 2013 um rund sieben Prozent in Deutschland zurückging, hat sich das ausstehende Volumen in wikifolio-Zertifikaten im gleichen Zeitraum verzehnfacht, ließ der Plattformbetreiber zu Jahresbeginn vermelden.

Es scheint sich um keine Eintagsfliege zu handeln. Denn die stürmische Entwicklung hält weiter an, trotz eines sich tendenziell abschwächenden Börsenbooms. Manche Experten taxieren den Unternehmenswert des Senkrechtstarters wikifolio mittlerweile jenseits der 100 Mio-Euro-Grenze. Noch aktuellere Zahlen zeigen den dynamischen Pfad. Mittlerweile hat das Gesamtvolumen der wikifolios im Frühjahr bereits die Marke von 250 Mio. Euro überschritten. Kein Wunder, dass weitere Anbieter und Startups wie Vaamo http://www.vaamo.de/ oder United Signals https://www.united-signals.com/ den viel versprechenden Zukunftsmarkt Social Trading neu adressieren, zumindest solange der Aufwärtstrend an den Börsen nicht durch einen rasanten Knick nach unten abgelöst wird.

Social Trading sei denn auch erwachsen geworden und habe sich in kürzester Zeit zu einem Megatrend im Anlegermarkt entwickelt, betont deshalb Andreas Kern, Geschäftsführer und Gründer von wikifolio.com. Einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz bei den Anlegern leiste dabei die enorme Bandbreite an Handelsstrategien, die in den wikifolio-Zertifikaten abgebildet sei, von spekulativen und entsprechend leistungsstarken Handelsstrategien, bis hin zu konservativen und auf nachhaltiges Wachstum ausgelegten Varianten mit geringer Volatilität. Einige Top-Trader hätten es innerhalb eines Jahres in ihren wikifolios auf eine Rendite von über 100 Prozent gebracht.

Die in allen wikifolios abgebildeten Handelsstrategien hat seit dem Start von wikifolio.com im Sommer 2012 damit allein bis Jahresbeginn ein Handelsvolumen von 1,7 Milliarden Euro durch rund 700.000 publizierte Trades erreicht. Ein Erfolgsrezept: Wikifolio.com forciert das Wachstum durch schlagkräftige Kooperationen mit der Börse Stuttgart, S Broker und der OnVista Group, um so die Reichweite weiter zu erhöhen. Neue Kooperationsmodelle zwischen Banken, IT-Providern und anderen Unternehmen rücken dadurch in Reichweite. Laut Andreas Kern von Wikifolio könnten in einem neu gestalteten Ökosystem dadurch zahlreiche neue Kooperationsmodelle entstehen, die auch Finanzchefs in den Unternehmen im Auge behalten sollten:

> Online Broker erhalten Social Trading Module, die deren Kunden beim Weg zum erfolgreichen Investor unterstützen (z.B. S Broker, OnVista Bank, Brokerjet).

> Medien-Unternehmen erhalten User-Generated-Content und können die Finanzbereich deutlich aufwerten. (z.B. Handelsblatt, OnVista, Finanzen100).

> Emittenten erhalten direkt einen Trade-Flow von Top-Tradern und auch zusätzliche Sichtbarkeit für ihre Produkte (z.B. Lang&Schwarz, iShares, HSBC).

> Vermögensverwalter erhalten einen neuen Vertriebskanal und die Option, Kunden mit weniger Vermögen ein Strategiezertifikat anzubieten (z.B. HPM, PEH, Bayrische Vermögen).

Quelle: wikifolio/LL

Written by lochmaier

August 4th, 2014 at 9:29 am

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